Erst siebzehn und schon patentiert

Simon Hübers hat die Lizenz zum Schulschach

Mitglied der Schachgemeinschaft Hücker-Aschen hat sich online weiter gebildet und legte bei der Prüfung ein bravouröses Ergebnis ab. Teilnehmer auch aus Österreich und der Schweiz.

Spenge/Hücker-Aschen

Die Ausgangseinschränkungen, Kontaktsperren, Reiseverbote und Schulschließungen der vergangenen Corona-Wochen sorgten nicht für die „pralle Abwechselung“ im Leben eines jungen Menschen. Dennoch gab es einige Möglichkeiten, der Monotonie zu trotzen und die neu gewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen.

Das gilt auch für Simon Hübers von der Schachgemeinschaft Hücker-Aschen. Der 17- Jährige ist Mannschaftsführer von Hücker-Aschens Bezirksklassenteam und Jugendsprecher der Schachbezirks Porta. Er hat seinerzeit aus der Schulschach AG der Grundschule Spenge/Hücker-Aschen den Weg zum Schach gefunden und im vorletzten Schuljahr bereits in der AG Leitung in der Grundschule Lenzinghausen mitgewirkt.

Seit Schuljahresbeginn leitet er gemeinsam mit zwei Mitschülern am Widukind Gymnasium Enger eine Schach AG. Jetzt hat der Schüler der 11. Jahrgangsstufe das Europäische Schulschachpatent erworben. Es ist eine umfassende Weiterentwicklung des Deutschen Schulschachpatents, dass schon viele Jahre in Deutschland vermittelt wird.
Da aus den bekannten Gründen Anwesenheitsseminare nicht durchgeführt werden können, wurde für den Lehrstoff ein „webinar“ konzipiert. Die mehrtägige Veranstaltung geht jetzt online ins Internet. Der deutschsprachige Mitstreiter im Lehrteam ist Boris Bruhn. Der Hamburger Mathelehrer amtiert als Präsident der Deutschen Schulschachstiftung und Vorsitzender des Hamburger Schachverbandes.

Die jetzige deutschsprachige Online-Veranstaltung wurde vom österreichischen Schachverband angeboten und organisiert. Durch Vermittlung der Schachgemeinschaft Hücker-Aschen konnte Simon Hübers daran teilnehmen und war Teil eines bemerkenswerten geografischen Dreiecks zwischen Wien, Spenge und Hamburg, denn der Referent Boris Bruhn steuerte den Unterricht aus seiner Schule in Hamburg. Die Teilnehmer aus Österreich, der Schweiz und Deutschland starteten mittwochs einen Probelauf auf der Internetplattform „Zoom“, die alle miteinander in Bild und Ton verband.

Freitags, samstags und sonntags liefen dann die Unterrichtseinheiten. „Es hat richtig Spaß gemacht“, lobt Simon, „die Themen waren zwar weit gefasst, aber der Referent hat das sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet.“ Auf die Frage, wie denn Kleingruppenarbeit im Internet geht, antwortet Boris lakonisch: „Wie Schiffe versenken.“

Bei der abschließenden sonntäglichen Prüfung hat Simon mit 29 von 30 möglichen Punkten ein bravouröses Ergebnis erzielt. Er ist jetzt der zweite Schacher der SG Hücker- Aschen mit dem ECU Patent. Dazu hat die heimische SG noch zwei weitere Mitglieder mit dem Deutschen Schulschachpatent und zwei Trainer mit der C-Lizenz des DOSB. Kopf der ECU (European Chess Union) Schulschachbewegung ist Jesper Hall, einer der ersten Jugendtrainer des amtierenden Weltmeisters Magnus Carlsen. Als „Überzeugungstäter“ ist der sympathische Schwede europaweit unterwegs, um die Ausund Weiterbildung der Schachlehrer voranzutreiben.

Allein in diesem Frühsommer wird die ECU diese Ausbildung in fünf Sprachen anbieten. Anleitung zu pädagogischen, didaktischen und schachlichen Methoden bestimmen den Inhalt. Sie nennen es die „Smart“- Methode, deren Buchstaben für englischsprachige Begriffe stehen und in deutsch mit Selbst lernen, Motivation, Anpassen, Reichweite, Technologie benannt werden.

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